Wümme ist immer eine Reise wert
11.07.2020

Saisonabschluss HeMiGo

Bernd Henßen

Die Golfsaison der Herrenrunde endete in finsterer Nacht. Wieder einmal konnte die Night with George durchgeführt werden, das einzige HeMiGo Turnier, bei dem nicht nur Männer mitspielen.

Rainer Grischkat hatte neue Lampen gespendet, und so waren die Löcher im Nachturnier besser beleuchtet als in den Vorjahren. Man sieht nachts fast nichts, weil die Verwendung von Lampen auf der Bahn verboten ist. Nur die fluoreszierenden Bälle sieht man gut fliegen und findet sie erstaunlich rasch. Es macht einfach unglaublich viel Spaß, sich dieser Herausforderung zu stellen. Nichts ist wie gewohnt, wenn man nur ahnt, wie das Schlägerblatt beim Ansprechen steht. George und Jutta Stubbington hatten das Turnier wieder mit attraktiven Preisen und einem Pokal ausgestattet. Letzterer ging erneut an Klaus-Peter Wennemann, der Bruttosieger war Josef Ewers. Das beste Ergebnis der Frauen konnte diesmal Sylvia Eligehausen für sich verbuchen.

Ansonsten begann das Jahr damit, dass Men’s Captain Bernd Henßen den sorgsam ausgeklügelten und abgesprochenen Spielplan erst einmal dem Papierkorb überantworten konnte. Covid 19 ließ zuerst gar keine, dann nur ausgewählte Turniere zu. Nachdem seitens des Vorstandes vorbildliche Maßnahmen zur Hygienesicherheit eingeführt wurden, entstand eine neuer Plan mit dem, was in der Pandemie machbar und verantwortbar ist. Gastspiele mit Partnerklubs wurden abgesagt, weil Kanonenstarts und die Anzahl der Begegnungen zu riskant waren. Dem fiel auch der Start der Matchplayserie zum Opfer. Aber ab Mitte Juni war der reduzierte Spielbetrieb wieder möglich. Natürlich musste auch auf Sonderwertungen verzichtet werden, weil dabei Material gemeinsam genutzt werden müsste, und auch die gemeinsame Siegerehrung entfiel zu Gunsten einer schlichten Bekanntgabe. Trotzdem wurden mit 19 Turnieren, wovon 16 vorgabewirksam waren, mehr als die Hälfte der ursprünglich geplanten durchgeführt.

Höhepunkte waren sicher wieder einmal der Pokaltag und der Rydercup. Den Ryder-Pokal konnte das rote Team mit Kapitän Willi Struck nach zwei siegreichen Jahren nicht verteidigen. Die blaue Mannschaft, wieder unter der Führung von George Stubbington, setzte sich mit dem Gesamtergebnis von 26:14 überraschend deutlich durch. Diese drei Turniertage sind immer schwer zusammenzusetzen, weil Vierer gebildet werden müssen, die an allen Tagen zur Verfügung stehen. Diejenigen, die teilnahmen, waren sich aber einig, dass sich das in besonderem Maße lohnt, weil sonst so wenig Gelegenheit zum Lochspiel ist.

Beim Pokaltag gilt wegen der Vergabe des Pokals an den Nettosieger ausnahmsweise nicht Brutto vor Netto. Daher bekam Willi Struck, der auch mit 30 Bruttopunkten vorne lag, den Nettosieg mit 37 Nettopunkten im Papierstechen vor den punktgleichen George Churaman und Hartmut Hansmann zugesprochen. Damit ging der Bruttosieg an Erwin Hoffman mit 28 vor Christoph Olkiewicz mit 24 Bruttopunkten.

Der Pokal der Captain`s Challenge wird in jedem Jahr an einem anderen Loch ausgespielt. Jutta Stubbington wählt traditionell zum Jahresbeginn geheim das Loch aus. In diesem Jahr war es die Bahn 5, an der über die gesamte Saison John Hix das beste Durchschnittsergebnis hatte. In der Eclectic, die an jeder Bahn das beste Ergebnis des Spielers bei den Monatspreisen wertet, konnte sich in der Gruppe A (StVg bis 18) Josef Ewers mit 53 Nettopunkten vor den mit 52 punktgleichen Sat-Siri Komorowski und Willi Struck an die Spitze setzen. In der Gruppe gewann Roman Cornik knapp vor George Stubbington.

Den Abschluss des Pokaltages bildete 2020 nicht wie sonst ein Wettputten. Die Spieler, die sich durch eine hinreichende Zahl von Teilnahmen qualifiziert hatten, spielten ein Nearest-to-the-Bottle aus. Aus dem Bunker sollte der Ball so nah wie möglich an die zu gewinnende Crémant-Flasche gelegt werden, wobei die Petanque Regeln galten, das heißt, man konnte den Ball eines anderen auch wegschubsen. Diese Regel war ein Riesenspaß und wird bestimmt wiederholt.

Endete die Saison in finsterer Nacht so begann sie mit finsteren Zeiten durch die Pandemie.

Bertolt Brecht schrieb einmal über solche aus sehr viel bedrohlicher Sicht in den 30er Jahren. Doch auch jetzt ergeben seine Zeilen nicht nur in pandemischer Sicht wieder einen gewissen Sinn.

„Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!

Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn

Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende

Hat die furchtbare Nachricht

Nur noch nicht empfangen…“

Dass wir überhaupt spielen konnten war ein besonderes Glück. Und wenn alles wieder wie gewohnt läuft, „Gedenkt

Wenn ihr von unseren Schwächen sprecht

Auch der finsteren Zeit

Der ihr entronnen seid.“

Nun wird die neue Saison hoffnungsfroh und demütig zu planen sein.