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31.03.2020

Robert Burns – Dichter und Herzensbrecher

Olaf Breker

Am Ende des Winterprogrammes schaute wieder einmal Heiko Postma, ein Fachmann für die Literatur des 17. bis 20. Jahrhunderts,  im GC Weserbergland vorbei. Schon häufiger in den zurückliegenden zwanzig Jahren brachte Postma seinen Zuhörern einzelne bekannte Autoren näher. Für diesen Abend hatte er Informatives rund um den schottischen Nationaldichter Robert Burns mitgebracht. „Mit Whisky trotzen wir dem Satan!“ , so lautete das Motto des musikalisch-literarischen Abends, denn neben dem begnadeten Erzähler Heiko Postma trat als musikalische Begleitung Robert Paterson auf. Selbst Schotte, gelang es Robert Paterson über den gesamten Abend mit seiner samtigen Stimme die dichte Atmosphäre der schottischen Lowlands in den Stücken von Burns wieder aufleben zu lassen. Mit großer Sicherheit gestalteten beide Künstler einen unvergesslichen Abend.

Robert Burns, der aus einfachsten Verhältnissen stammte, schaffte es in seinem doch kurzen Leben, nicht nur neben Walter Scott zum schottischen Nationaldichter aufzusteigen, sondern auch als lebenslanger Herzensbrecher zu agieren. Die Zahl seiner Kinder mit mehreren Frauen näherte sich fast seiner literarischen Produktivität an. In seinem gesamten literarischen Werk folgte Burns der Natur und diese Begeisterung schöpfte er aus der Tiefe seines Herzens und aus seinem eigenen Fühlen, Leben und Wollen. Er dichtete nur Selbstempfundenes und Selbsterlebtes; er schilderte mit seinen Gedichten und Liedern leise ironisch, doch jederzeit herzlich, die Sitten, Gebräuche und Eigenarten seiner Landleute. Hierfür wurde er vom einfachen Volk geliebt, vom Bürgertum bestaunt und von der Obrigkeit kritisch beäugt. Denn sein Hang zur  Freiheit, seine Träumereien und sein Murren gegen die zivilen Bande brachten ihn immer wieder in Konflikt mit den Regierenden. Sei es, dass er als Anhänger der Stuarts galt oder, dass  er den Jakobinern zugerechnet wurde, da er zu sehr für die Ereignisse im revolutionären Frankreich schwärmte. Seine angeschlagene Gesundheit und sein Enthusiasmus für den schottischen Gerstensaft, gebrannt wie gebraut, sorgten dafür, dass früh sein Leben am 21. Juli 1796  in Dumfries endete, wo er auch begraben liegt.

Am Ende des Abends sangen alle  gemeinsam den Klassiker Auld Lang Syne von Burns und man fühlte sich wie  auf einem schottischen Landsitz an einem Sylvesterabend. Heiko Postma und Robert Paterson boten bei dieser Veranstaltung im Golfclub Weserbergland ihr gesamtes Können auf und garantierten einen unterhaltsamen Abend über das Leben und Werke von „Caledonias Barde“wie er zur Lebenszeit genannt wurde.

Zwei Künstler der Extraklasse: Robert Paterson und Heiko Postma